Medizintechnik

Im Unternehmensbereich Medizintechnik entwickeln, produzieren und vermarkten wir Systemlösungen, Geräte und Dienstleistungen, die in der Prozesskette der Akutmedizin zusammenwirken. Hierzu zählen die Notfallmedizin, der perioperative Bereich (im Zusammenhang mit der Operation) sowie die Intensiv- und Geburtsmedizin (Neonatalversorgung). Unser Portfolio umfasst Produkte für Therapie, Überwachung, Informationsmanagement und Prozessunterstützung. Wir gehören mit unseren Produkten für Beatmung, Narkose, kontinuierliche Überwachung von Vitalparametern und mit dem jeweiligen Zubehör und Verbrauchsmaterial zu den Weltmarktführern. In den vergangenen Jahren haben wir unsere Marktposition als Systemanbieter, beispielsweise durch integrierte IT-Lösungen für den Operationssaal und Gasmanagementsysteme, erheblich ausgebaut.

Branchenentwicklung

Das Jahr 2011 war von einer global beständigen Nachfrage mit leichten regionalen Schwankungen geprägt: So gab es beispielsweise in Deutschland weiterhin einen kräftigen Bedarf an hoch entwickelter Medizintechnik. Im übrigen Europa wirkte sich die Schuldenkrise einzelner Staaten jedoch zunehmend negativ aus: Einsparprogramme der öffentlichen Hand führten in Südeuropa zu einem Investitionsrückgang, von dem auch Investitionen im Krankenhaussektor nicht verschont blieben. Dagegen verzeichnete Russland eine positive Entwicklung, unter anderem getrieben von politischen Ereignissen wie der Präsidentschaftswahl. In Amerika – insbesondere in den USA – war die Nachfrage nach Medizintechnik im ersten Halbjahr noch sehr stark, schwächte sich aber in der zweiten Jahreshälfte aufgrund der defizitären US-Haushaltssituation merklich ab. Mithilfe von China und Indien blieb Asien aufgrund anhaltender Investitionen in die Infrastruktur dieser Länder sowie einer insgesamt gestiegenen Nachfrage nach hochwertiger Medizintechnik die globale Wachstumslokomotive. Die Auswirkungen der Natur- und Nuklearkatastrophe in Japan sowie der politischen Entwicklungen in Nordafrika auf die globale Nachfrageentwicklung waren gering. Insgesamt profitierte Dräger von der zunehmenden Nachfrage nach hochwertiger Medizintechnik zur Optimierung der klinischen Arbeitsabläufe.

Künftige Branchensituation

Für die Märkte der Medizintechnik gehen wir von einer gesamthaft positiven Entwicklung in 2012 aus. So rechnet beispielsweise der Fachverband Spectaris mit einem Wachstum von 5 %. In Deutschland ist von einer vorsichtig optimistischen Prognose auszugehen. Da die Medizintechnik kaum von der Wirtschaftskrise getroffen wurde, sind die Aussichten für andere Länder in Zentraleuropa – wie die Niederlande oder Österreich – ebenso positiv. Die Schweiz rechnet 2012 mit steigenden Gesundheitsausgaben von 3,4 %. Aufgrund hoher Standards in Nordeuropa ist dort von einem stetigen Wachstum auszugehen. Norwegen wird beispielsweise seine Gesundheitsinfrastruktur verbessern und modernisieren. Im von der Schuldenkrise gebeutelten Südeuropa zeigen Etatkürzungen im Gesundheitswesen Wirkung: In Griechenland beispielsweise wurden bis Ende 2011 rund 10% der staatlichen Kliniken geschlossen. Mit weiteren Einsparungen ist dort zu rechnen. Positive Ausnahme ist die Türkei: Aufgrund der Modernisierung staatlicher Krankenhäuser sowie der steigenden Zahl privater Gesundheitseinrichtungen geht Germany Trade & Invest von einem jährlich um 10 % wachsenden Absatz von Medizintechnik aus. In Russland ist mit weiterhin guten Absatzchancen zu rechnen, da das Gesundheitssystem weiter modernisiert wird. Das russische Innenministerium geht bis 2020 von Investitionen in Höhe von 16 Mrd. US-Dollar aus. In Nordamerika führt der zunehmende Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung zu höheren Ausgaben im Gesundheitsbereich und damit voraussichtlich zu moderatem Wachstum. Allerdings sind in den USA Budgetkürzungen aufgrund der erforderlichen Haushaltskonsolidierungen möglich. In Brasilien ist die Nachfrage nach Medizintechnik anhaltend hoch, da sowohl der private als auch der öffentliche Gesundheitssektor intensiv ausgebaut werden. Für die Region Asien-Pazifik werden positive Szenarien für 2012 angenommen. Bevölkerungsreiche Länder wie Indien und China zeigen eine anhaltend hohe Nachfrage und auch andere Nationen wie Singapur oder Thailand zeigen ein hohes Wachstumspotenzial. Für Japan prognostiziert Germany Trade & Invest jedoch ein eher mäßiges Marktwachstum. In der Region Sonstige geht beispielsweise der Fachverband Spectaris für die Medizintechnik nach dem Ende des sogenannten Arabischen Frühlings in Teilen Nordafrikas von Investitionen in das Gesundheitswesen in Algerien, Tunesien und Libyen aus. Bei global grundsätzlich unverändertem Kostendruck im Gesundheitswesen gehen wir von einer stetigen Nachfrage nach hochwertiger Medizintechnik zur Optimierung von Abläufen und Steigerung der Effizienz aus. Dräger ist für diese Anforderung mit seinen Lösungen hervorragend aufgestellt.