29. Dezember 2009
Die Drägerwerk AG & Co. KGaA, Lübeck, übernimmt den von der
Siemens AG, München, gehaltenen, 25prozentigen Minderheitsanteil an
der Dräger Medical AG & Co. KG. Der Vorstand der Siemens AG sowie
die Gremien der Drägerwerk AG & Co. KGaA haben einer
entsprechenden Vereinbarung heute zugestimmt.
Dräger kauft Siemens-Anteil an der
Dräger Medical AG & Co. KG zurück
„Die Übernahme der Anteile zu einem angemessenen Kaufpreis stärkt schon
2010 die Ertragskraft des Gesamtunternehmens, verringert die Komplexität,
und ermöglicht es uns, die Verbundvorteile eines integrierten
Technologiekonzern zu nutzen“, so Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender der
Drägerwerk Verwaltungs AG. Mit der Übernahme entfalle künftig eine
Beteiligung von Siemens (2008: 13,3 Mio. Euro) am Gewinn des
Unternehmensbereichs Medizintechnik. Außerdem entstünden durch eine
Bündelung der Einkaufsvolumina, geringere Verwaltungskosten und
Steuervorteile Einsparungen von jährlich insgesamt rund 10 bis 15 Mio. Euro.
Sämtliche Vorteile einer gemeinsamen, durchgängig funktionalen Struktur
können nach einem Rückkauf vollständig genutzt werden. „Und es besteht
kein Integrationsrisiko“, betont Dräger. Auch nach dem Rückkauf der Anteile
werde das Unternehmen die gute Zusammenarbeit mit Siemens fortsetzen
und ausbauen. Dräger: „Bereits heute setzen wir gemeinsam mit Siemens in
den verschiedensten Bereichen erfolgreich Projekte um, die technologische
Lösungen beider Unternehmen verknüpfen und damit zusätzlichen
Kundennutzen schaffen. Die Vorteile am Markt für unsere Kunden und für
unser operatives Geschäft aus der Zusammenarbeit bleiben also erhalten.“
Beispielsweise ergänzten sich in der Medizintechnik die Diagnose- und
Therapie-Angebote beider Unternehmen, aber auch in der Sicherheitstechnik
bestehe ein beachtliches Potenzial für gemeinsame Projekte.
Kaufpreis: 250 Mio. Euro
Der Kaufpreis setzt sich zusammen aus einer Barkomponente von 175 Mio.
Euro, einem Verkäuferdarlehen von 68,5 Mio. Euro und einer
Optionskomponente, die an die Aktienkursentwicklung der Drägerwerk AG &
Co. KGaA anknüpft. Nach Ablauf von fünf Jahren nach Vollzug der
Transaktion kann diese Komponente zu einer weiteren Zahlungsverpflichtung
von maximal 50 Mio. Euro führen. Der Wert dieser Optionskomponente liegt
aktuell bei rund 6,5 Mio. Euro. Die Drägerwerk AG & Co. KGaA hat das
Recht, diese Komponente durch echte Aktienoptionen zu ersetzen, sobald
die dafür notwendigen Hauptversammlungsbeschlüsse vorliegen. Die
Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der
Kartellbehörden. Das Ergebnis der Dräger Medical AG & Co. KG für das
Geschäftsjahr 2009 steht Dräger zu. Die unabhängige
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat in einer „Fairness Opinion“ die
Angemessenheit des Kaufpreises bestätigt. Dräger hat die Finanzierung des
Kaufpreises bereits gesichert. Die Barkomponente wird aus den vorhandenen
liquiden Mitteln (296 Mio. Euro zum 30. September 2009) gezahlt. Zur
Stärkung des Eigenkapitals wird Dräger zu einem geeigneten Zeitpunkt und
in einer geeigneten Struktur eine Kapitalmaßnahme durchführen. Die
Familienaktionäre haben zugesagt, sich an einer solchen Maßnahme zu
beteiligen.
Zukunftsinvestitionen auf unverändert hohem Niveau
Die mittelfristige Investitionsplanung ist von der Übernahme der Anteile nicht
betroffen. „Sowohl unsere Investitionen als auch unseren Forschungs- und
Entwicklungsaufwand werden wir wie geplant umsetzen“, erklärt Dräger. Das
Turnaround-Programm werde wesentlich dazu beitragen, die
Gewinnschwelle des Unternehmens zu senken und zugleich Mittel für
Zukunftsinvestitionen freizusetzen.
Mittel- und langfristige Verschuldungsgrenzen bleiben unverändert
Während das Verhältnis der Nettofinanzverbindlichkeiten zum operativen
Ergebnis (EBITDA) kurzfristig auf über vier steigt, gelten unverändert die
mittel- und langfristigen Ziele des Unternehmens (2,5 bis 3,0). Zum
31.12.2008 lag dieser Wert bei 2,0. „Die zugrunde liegende konservative
Unternehmensplanung, der Kaufpreis und die Finanzierung ermöglichen uns
eine Übernahme der Anteile und damit eine höhere Ertragskraft, ohne das
operative Geschäft zu belasten oder das Risikoprofil dauerhaft zu erhöhen“,
so Finanzvorstand Gert-Hartwig Lescow.
Dräger. Technik für das Leben®
Die Drägerwerk AG & Co. KGaA ist ein international führender Konzern der Medizin- und
Sicherheitstechnik. Dräger-Produkte schützen, unterstützen und retten Leben. 1889
gegründet, erzielte Dräger 2008 weltweit einen Umsatz von rund 1,9 Mrd. Euro. Das Lübecker
Unternehmen ist in mehr als 190 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit rund 11.000
Mitarbeiter. Weitere Informationen unter www.draeger.com